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Wednesday, December 07, 2016
1996
"Lachs"
"Schwamm"
"Käseschachtel"
"Klappbild"

Günter Kochs Bildwerke sind echte Artefakte - artifiziell hergestellte Objekte, die nur so aussehen, wie ready-mades - wie gefundene Relikte einer anderen, älteren, primitiveren Kultur. Sie sehen benutzt aus, als hätten sie eine Bedeutung, die sie selbst vergessen haben. Sie tragen Spuren des Machens, des Materials und des Werkprozesses, aber nicht im Sinne des Bauhauses, das unter Material- und Werkgerechtigkeit sicher etwas anderes verstand als Günter Koch. Seine Objekte sehen "echt alt" aus, weil sie Spuren der Zeit tragen und das sind nicht die Spuren unserer Zeit, der ex- und hopp-Produkte.

Diese Bildwerke wirken zufällig und absichtsvoll,funktionell und funktionslos, natürlich entstanden und von Menschen gemacht zugleich. Sie tragen ihre Oberfläche, ihre Materialität und ihre Farbe vor und geben uns Rätsel über ihre Geschichte und ihre Funktion auf. Sie sind einfach da - präsent und spröde zugleich, bevor sie zerfallen und vergehen, denn sie zeigen auch Spuren ihrer eigenen Vergänglichkeit (vanitas!).

(Axel Dick: Auszug aus der Eröffungsrede zur Ausstellung "Kunst aus Braunschweig" im Leonhardi-Museum Dresden, 12.10.1996-10.11.1996)